Theaterensemble Neuschnee

Spieljahr 2009:

Ho ho ho - Die Augen des Lebens

Soll das schon alles gewesen sein? Die Frage nach Leben und Tod begleitet uns bis zum wirklichen Austritt aus dem Leben. Eine Antwort auf den Tod bekommen wir selbst vom Tod persönlich nicht. So haben wir uns Theorien aufgebaut, die uns über das Leben hinweg helfen. Wir meistern ja das Leben kaum selber, wie soll uns da der Tod gelingen? Von Krisen, Krankheiten bis hin zum Mord bereitet uns das Leben einen schweren Weg und wir warten wie in dem Stück von Samuel Becket: Warten auf Godot, die ganze Zeit auf unseren Gott. Keiner hat uns je gezeigt wie das Leben funktioniert. In meinem Stück: Ho ho ho, die Augen des Lebens, versuche ich diesen Kampf aufzuzeigen. Gibt es eine Chance, dem Tod von der Schippe zu springen? Der Tod ärgert uns selbst an dieser Stelle und tritt als Behörde auf unserem letzten Weg auf. War nicht schon jeder Gang zur Behörde im Leben für uns eine Qual? Ein Leben zwischen Geburtsurkunde und Sterbeurkunde, Heiratsurkunde, Steuerklassen und Anträgen. Wo bleiben da am Ende die versprochenen Engel? Aber jede Behörde hat seine Lücken und diese Lücke entdecken Andre und Lars auf ihrem Weg in den Tod. Die beiden entdecken den Tod als willkommene Abwechslung zum Leben und leben somit im Tod noch einmal auf. Geboren und gestorben wird immer und unser Trieb lässt sich selbst in Kriegen nicht aufhalten. Ist vielleicht der Tod das wahre Leben? In diesem Stück versuche ich mit meinen anerzogenen und eigenen Vorstellungen vom Tod aufzuräumen. Wir müssen uns nicht durch all die viele Literatur quälen, um das Leben zu begreifen, sondern wir sollten anfangen zu leben die Augen des Lebens immer offen halten. In dem Brettspiel: Mensch ärgere dich nicht (im engl. übrigens - Don't Lose Your Head) sind es die Sechsen, die wir brauchen, um Erfolg zu haben. In meinem Stück reichen zwei Einer, um die Chance Leben zu erhalten. Ob es sich hierbei allerdings auch nur um ein Spiel handelt, das der Tod mit uns spielt, überlasse ich dem Zuschauer. Der Tod als Witz, denn das Leben versteht eh keinen Spaß.

Dieter Köstens

 

Spieljahr 2006/2007:

Adrenalin stammt aus der Feder des Schauspielers Michael Hans Herrmann und mit den jungen Darstellern zusammen erarbeitet worden. Zum Inhalt:  Die Bundesregierung erläßt ein neues Gesetz und fügt es nach der Verabschiedung den Artikeln des Bundesrechts hinzu. „Jeder Bundesbürger ab 18Jahren hat das Recht und die Pflicht, glücklich verheiratet zu sein!“ Zu diesem Zwecke werden ab einem Stichtag an alle Singles über 18 Jahren Fragebögen versandt, die ordnungsgemäß ausgefüllt zurück zu senden sind. In diesem Falle werden Maria und Hans zusammengeführt. Und ein zweites Paar, das noch nach herkömmlicher Weise verheiratet ist, lebt in Trennung. Eine erfrischende Inszenieung den den Zuschauer mitnimmt auf eine ironische Reise in eine nahe Zukunft und eine überraschende Wendung bereit hält.

Stiefmütterchen in moll Ein älteres Ehepaar sitzt zu Beginn des Stückes auf den Balkon des Wohnhauses in dem sie seit mehr als 30 Jahren wohnen. Sie schicken sich an, ihr Frühstück zu geniesen.Es ist ein wunderschöner sonniger Morgen. Nachbarn flanieren an ihnen vorbei und halten Small Talk. Wunderschöne Musik erklingt aus dem Radio.Ein Idyll, so scheint es.Ohne Vorwarnung kündigt der Ehemann plötzlich an, seine Frau verlassen zu wollen.Der Stein des Anstosses beginnt zu rollen und das Nachbarehepaar versucht das Publikum moderat in die Vergangenheit dieser beiden mitzunehmen.Alle Beteiligten müssen ihr Schweigen brechen um die Mauern einzureißen.Ein Schauspiel mit Musik. Lebenslügen müssen hinterfragt und aufgedeckt werden.Ein unterhaltender Abend.Denn das Ensemble Neuschnee nimmt den Slogan, „Humor ist, wenn man trotzdem lacht;“ sehr ernst.

Das Leonce und Lena Projekt (Frei nach Georg Büchner) Ein ironisches Märchenspiel, das bitter ernst gemeint ist. Leonce und Lena sollen einander aus Staatsräson heiraten. Sie fliehen und finden einander ohne ihre Herkunft zu kennen.Leonce glaubt nicht an das Glück, als es ihm zufällt.Er nennt es: „ Die Flucht in das Paradies.“Die Schauspieler steigen im Stück aus ihren Rollen aus und befragen ihr eigene Herkunft und Lebenssituation.In allen Stücken des Regisseurs, Michael Hans Herrmann in Zusammenarbeit mit Neuschnee wird der Versuch gewagt den authentischen Lebenssituationen der Darsteller, sowie des Spielleiters nahezukommen und in den Geschichten eine Annäherung zu entdecken.Seien Sie bei unserer Spurensuche dabei und entdecken sie Parallelen!

Ein literarischer Kabarettabend„Nicht alles von mir,…“  Eine literarische Schow für jedermann Michael Hans Herrmann wird an diesem und anderen Abenden in musikalischer Begleitung Texte von Tucholsky, dem Namensgeber der Gruppe, sowie Kästner oder Heinrich Heine lesen und verknüpft diese Vorlagen mit eigenen Texten. Zitat: „ Ich möchte mich nicht nur mit Gedanken anderer befassen.“ (Herrmann) Der Clou an diesem unterhaltsamen Abend soll sein, dass der geneigte Zuschauer selber Bücher mitbringen kann, aus denen dann am Abend vorgelesen werden wird. Und auch musikalisch gibt es keinen Stilbruch, der nicht gewollt wäre.

Marat de Sade

Marat
Marat
Marat
Marat
Marat
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